Khenchen Pema Sherab Rinpoche
Khenchen (Skr. mahapandita) Pema Sherab wurde im Jahre 1936 in Osttibet geboren und hat schon im Alter von 14 Jahren mit dem Studium aller Schulen des Buddhismus in Lhasa begonnen. Er erhielt im Jahre 1959 die Mönchsordination von Shechen Kongtrul und musste im selben Jahr aus Tibet fliehen. Er hat im indischen Exil zahlreiche Unterweisungen von Dilgo Khyentse Rinpoche, Dudjom Rinpoche, Penor Rinpoche und Taklung Tsetrul Rinpoche erhalten. Seit der frühen Gründung (1968) des inzwischen größten buddhistischen Klosters Namdröl Ling in Südindien durch S. H. Penor Rinpoche, lehrt Pema Sherab Rinpoche dort für ca. 1000 Mönche und Nonnen. Er zählt zur alten Generation der buddhistischen Gelehrten Tibets und ist Dzogchen Linienhalter der Palyul Nyingma Tradition. Khenchen Rinpoche besucht seit vielen Jahren die großen Nyingma-Zentren in Frankreich (La Sonnerie, Lerab Ling) und lehrt jeden Sommer im Palyul Zentrum im Hunsrück.
Termin: Montag, 15. – Freitag, 19. Oktober jeweils von 18:45 – 21:00 Uhr
Thema: Die Einhundert Ratschläge des Padampa Sangye:Der indische Yogi und spirituelle Meister Padampa Sangye, der auch als Acharya Kamalashila bekannt ist, war ein großer Reisender. Es wird berichtet, dass er im Jahre 1091 zu Fuß nach Tibet gegangen ist, um dort zehn Jahre lang zu lehren. Danach hat er zwölf Jahre in China verbracht und ist später nach Tibet zurückgekehrt, wo er auch gestorben ist. Er ist dem großen Yogi Milarepa begegnet und soll sich mit ihm in den Wunderkräften gemessen haben. Er hat vor seinem Tode in der Provinz Tsang im Jahre 1117 als letzte essentielle Unterweisung die „Einhundert Ratschläge“ an die Menschen von Tingri gegeben. Kurz darauf hat er geäußert: „ Mein Geist ist mit der Welt der Phänomene verschmolzen“, um darauf hinzuweisen, dass in seinem Geist keinerlei dualistische Wahrnehmung mehr möglich ist. Er hat den Blick auf den Himmel gerichtet und ist dann verstorben. Padampa Sangye gilt als der Begründer der Tschöd Tradition und der gleichnamigen Meditations-praxis, die von seiner Schülerin Machik Labdrön in ganz Tibet verbreitet wurde.
Khenchen Pema Sherab Rinpoche wird beginnen die „100 Verse der Weisheit“ Padampa Sangye auf eine einfache und direkte Weise zu kommentieren, um zu zeigen, dass die „Menschen von Tingri“ niemand anderes sind als alle diejenigen, die nach Wahrheit suchen. Er wird konkrete Meditations-anweisungen geben, wie wir unsere Gedanken auf das richten können, was im Leben wirklich zählt, und wie wir mit ganzem Herzen üben können die Natur des Geistes zu entdecken. Die „Einhundert Ratschläge“ von Padampa Sangye bilden eine tiefgehende Zusammenfassung der Weisheit und Methodik des Mahayana Buddhismus in Versform.
Zitate von Padampa Sangye:
„Vom Tage an, an dem ihr geboren seid, nähert ihr euch schon dem Tode. Menschen von Tingri, denkt daran: es gibt keine Zeit zu verlieren!
Das menschliche Leben ist, mit all seinen Freiheiten und Vorteilen, ähnlich wie eine Schatzinsel. Menschen von Tingri, kehrt nicht von dort zurück mit leeren Händen!
Gier und Ärger erscheinen in eurem Geist, aber sie sollten, wie die Vögel im Fluge, keinerlei Spuren hinterlassen. Menschen von Tingri, befreit euch vom Anhaften an den Meditationserfahrungen.
Die Bewegungen im Geist lösen sich, so wie die Wolken, von selbst wieder auf. Menschen von Tingri, es gibt keinerlei Bezugspunkte in eurem Geist."

Ort & Veranstalter: Bodhicharya e.V.
Literaturhinweis: Die „Einhundert Ratschläge“ mit einem Kommentar von Dilgo Khyentze Rinpoche sind in deutscher Sprache unter dem Titel: „Erleuchtete Weisheit: Die Einhundert Ratschläge des Padampa Sangye“ im Theseus Verlag erschienen.
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22. Juni 2010 - Dzogchen